Neues Besuchskonzept

  • Diakonie Kulmbach

Längere und leichtere Besuche von Angehörigen freuen die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Seniorenheime

Längere und leichtere Besuche von Angehörigen freuen die Bewohnerinnen und Bewohner des Senioren-PflegeheimsMainleuser Stift, des Evangelischen Wohnstifts und der Seniorenwohnanlage Mainpark der Diakonie Kulmbach. Für die Mitarbeitenden bleiben der bürokratische Aufwand und die Vorsichtmaßnahmen jedoch hoch. Wie sich Leiter Jürgen Konrad gemeinsam mit seinem Team zurück zu etwas mehr „Normalität“ kämpft.

Sommersonne, ein ausführlicher Besuch der Tochter, eine Partie „Mensch ärgere dich nicht“ im Garten: Ein idyllisches Bild aus dem Senioren-Pflegeheim Mainleuser Stift, gar wie vor der Pandemie? Nein, für die Pflegekräfte besteht noch immer Maskenpflicht, nahezu alle Kontaktflächen müssen desinfiziert werden und der bürokratische Aufwand, den auch das neue Besuchskonzept verursacht, ist hoch. Dieses ist seit Anfang Juni aufgrund der niedrigen Inzidenzzahlen im Landkreis in Kraft und verlangt von Besuchern kein negatives Testergebnis eines Covid-19-Tests mehr. Ebenso sind Zusammenkünfte mit Angehörgen bis zu drei Stunden möglich, das Masken- und Abstandsgebot bleibt jedoch bestehen. „Unsere Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich natürlich darüber, die Besuche sind für Angehörige und leichter und flexibler zu handhaben“, beobachtet der Leiter des Mainleuser Stifts Jürgen Konrad. Die Registrierung jedes einzelnen Besuchers durch das Personal bleibt jedoch bestehen. Eine vorherige telefonischer Anmeldung der Gäste erleichtere die Dokumentation.

Vorschriften oft schwer zu vermitteln

Es ist wieder ein kleines Stück mehr „Normalität“ zu spüren nach den vergangenen Monaten des Lockdowns und seiner sich oftmals kurzfristig ändernden Vorschriften. Gültige Testergebnisse von Besuchern, die zunächst 48 Stunden, dann drei Tage, später 24 Stunden gültig waren beispielsweise Besuchs-Bedingungen, die zwar bei den meisten Gästen auf Verständnis stießen, einigen jedoch auch schwer zu vermitteln gewesen seien. „Und das verstehe ich. Auch für uns war manches nicht leicht zu begreifen“, so Jürgen Konrad. Er und sein 55- köpfiges Team haben in dieser Zeit stets an das Bewusstsein der Menschen appelliert, dass sich Deutschland im Ausnahmezustand befinde und das Mainleuser Stift seiner Verantwortung 60 Bewohnerinnen und Bewohner nachkommen müsse. Diese haben die Einschränkungen der Pandemie akzeptiert. „Es ist, wie es ist“, hat Jürgen Konrad oft gehört.

Umso mehr freut es nun diejenigen Bewohnerinnen und Bewohner, die in der Lage sind, mit ihren Angehörigen oder Freunden spazieren zu gehen oder gar Ausflüge zu unternehmen. Viele von ihnen werden nun auch wieder öfter für einen Besuch bei der Familie zu Hause abgeholt. Die Hälfte der Frauen und Männer erhalten regelmäßig Besuch. Viele andere im Mainleuser Stift sehen ihre Angehörigen dagegen selten oder nie. Manche Bewohnerinnen und Bewohner spüren von dem neuen Besuchskonzept wenig Auswirkungen auf ihr eigenes Leben.

Kleine Gruppen-Angebote starten

Deutlich präsenter sind dagegen die wieder wachsenden Angebote des Senioren-Pflegeheims Mainleuser Stift, des Evangelischen Wohnstifts und der Seniorenwohnanlage Mainpark: In kleinen Gruppen können unter Hygieneauflagen beispielsweise wieder gemeinsame Gymnastikeinheiten oder kleinere Geburtstagsfeiern stattfinden. Doch Leiter Jürgen Konrad wehrt sich gegen das Vorurteil, die Seniorinnen und Senioren wären in den vergangenen Monaten „vereinsamt“, wie es in vielen Medienberichten betitelt wurde. Sicherlich könnten weder Mitarbeitende noch andere Bewohner die Angehörigen ersetzen. „Es war keine einfache Zeit für sie, sie hatten viele Entbehrungen. Aber sie leben hier in einer Gemeinschaft zusammen. So viel Programm und Ansprache, wie wir geboten haben und bieten, haben wenige Senioren zu Hause.“ Heute bereichern deren Alltag wieder Gottesdienste und kleine Konzerte von ehrenamtlichen Musikern im Garten –selbstverständlich mit Abstand zwischen den einzelnen Plätzen. Die Vorsicht bleibt nämlich – auch, wenn die Inzidenzwerte im Landkreis Kulmbach niedrig sind. „Wir können das Risiko nie ganz ausschließen“, so der Leiter.

Wertschätzung für die Pflegekräfte

Mehr Kommunikationsbedarf und mehr Fragen gibt es von Angehörigen, die sich länger in der Einrichtung aufhalten. Die Pflegekräfte nehmen sich Zeit für solche Gespräche und freuen sich über die Anerkennung ihrer Leistung durch die gesamte Pandemie hindurch. Zwar bieten die OP-Masken, die das Fachpersonal nun tragen darf, sowie die hohe Impfquote eine gewisse Erleichterung, doch von einer „Entspannung“ oder „Routine wie zuvor“ kann keine Rede sein. Immer noch prägen strenge Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, regelmäßige Covid-19-Tests sowie viel Dokumentation den Alltag der Pflegekräfte. Die Diakonie Kulmbach schätzt deren fachliche und menschliche Verdienste und zeigt sich neben einem regelmäßig steigenden Gehalt durch das Tarifsystem mit einer Vielzahl an Sonderleistungen erkenntlich: etwa mit der Übernahme der Kinderbetreuungsgebühren der Mitarbeitenden, einer zusätzlichen betrieblichen Altersvorsorge oder der i-gb-Bonuskarte für zahlreichen Vergünstigungen bei Gesundheits-und Wellnessangeboten.

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