Abschied in Begleitung

  • Diakonie Kulmbach

Kooperation zwischen Diakonie Kulmbach und Hospizverein Kulmbach e.V.

Die Ehrenamtlichen des Hospizvereins begleiten Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime und Senioren-Wohnanlagen „Evangelisches Wohnstift“, „Mainpark“ und „Mainleuser Stift“ der Diakonie Kulmbach schon lange in ihrer letzten Lebensphase. Ein neuer Kooperationsvertrag bildet nun die Grundlage der weiteren Zusammenarbeit.

Wenn Menschen Abschied vom Leben nehmen, dann geschieht das so individuell wie die Frauen und Männer selbst sind. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen auch gerecht werden zu können, ist eine gute Palliativbegleitung notwendig. In den Pflegeheimen der Diakonie Kulmbach werden die dortigen Fachkräfte von Ehrenamtlichen des Hospizverein Kulmbach e.V. unterstützt. Seit vielen Jahren existiert diese Zusammenarbeit zwischenmenschlicher Hilfe, nun regelt ein neuer Kooperationsvertrag die Rahmenbedingungen hierfür. Dabei geht es um die Koordination in der Vermittlung von Schwerstkranken oder Sterbenden, die Informationsweitergabe an die Mitarbeitenden der Pflegeheime und die Begleitung durch die Ehrenamtlichen, nennt Dr. Markus Ipta, erster Vorsitzender des Vereins. „Wir sind sehr froh, dass die ehrenamtlichen Hospizbegleiter die Bewohnerinnen und Bewohner auf ihrem letzten Weg begleiten. Ihr Tun ist eine Bereicherung für alle“, weiß der Geschäftsführer des Diakonischen Werks der Dekanate Kulmbach und Thurnau e.V. Karl-Heinz Kuch.

Oft haben die Frauen und Männer des Hospizvereins Kulmbach e.V. schon eigene Erfahrung mit den Themen Sterben und Tod gemacht. Ergänzt durch ihre Hospizbegleiterausbildung haben sie einen ganz besonderen Zugang zu den Menschen. Jürgen Konrad, Fachbereichsleitung für „Wohnen und Pflege für Senioren“ der Diakonie Kulmbach, beobachtet bei diesen sehr viel Menschenkenntnis, Empathie und Feingefühl im Umgang mit den Seniorinnen und Senioren. Die Ehrenamtlichen tauschen sich kurz mit den Pflegekräften über die Lebenssituation der Bewohnerinnen und Bewohner aus. Mit einigen Sterbenden führen sie Gespräche, ob alleine oder gemeinsam mit Angehörigen. Andere Bewohnerinnen und Bewohner bedürfen der bloßen Anwesenheit einer Person. Es gibt aber auch Frauen und Männer, die auf dem letzten Lebensweg alleine bleiben möchten. Auch darauf werde selbstverständlich Rücksicht genommen. Alle sind zur absoluten Diskretion verpflichtet.

Was alle Hospizbegleiterinnen und -begleiter mitbringen, ist Zeit. Manchmal kommen sie mehrere Tage am Stück zu einer Bewohnerin oder einem Bewohner, mitunter auch ein ganzes Jahr lang. „Sie unterstützen unsere eigenen Palliativkräfte, die wir selbst ausbilden. Durch den Hospizverein ist eine Begleitung aber noch umfassender möglich“, so Jürgen Konrad. „Das Pflegeheim wird entlastet, die Schwerstkranken werden in der schwierigsten Phase ihres Lebens optimal begleitet und den Angehörigen werden wir zur Seite stehen“, nennt Dr. Markus Ipta. Denn auch die Trauerbegleitung für Hinterbliebene gehört zum Beistand der Ehrenamtlichen.

In den kommenden Jahren werde die Kooperation noch mehr an Bedeutung gewinnen: Viele Menschen werden immer älter, wenn sie die Pflegeheime oder Seniorenwohnanlagen der Diakonie Kulmbach beziehen. „Diese Kooperation ermöglicht es, noch genauer auf die jeweiligen Bedürfnisse der Menschen im letzten Lebensabschnitt einzugehen“, so Jürgen Konrad.

Der Hospizverein Kulmbach e.V. hat derzeit 361 Mitglieder, 59 von ihnen sind als aktive ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die in der aktiven Begleitung Schwerstkranker eingesetzt.

 

Weitere Informationen unter diakonie-kulmbach.de/wohnen-pflege/palliativbegleitung

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